We did it again – 320 Spendenpakete wechseln die Hände

Bereits früh am Morgen treffen wir den Sub County-Administrator und fahren mit ihm gemeinsam in unsere heutige Ausgabestelle – das Diani Vocational Centre. Wir befinden uns in einem Dorf mit dem Namen Mvumoni, zudem auch Mwakamba und Makieni hinzugezählt werden.  Vermutlich können die meisten von euch diese Ortsangabe nicht zuordnen. 

Es handelt sich um das Gebiet „nördlicher Diani Beach“. Wenn man von Ukunda Richtung Diani Beach fährt, biegt man an der T-Kreuzung also links ab. Mvumoni umfasst das ganze Gebiet von dieser Kreuzung bis hoch zum Kongo River, der eigentlich Mwachema River heißt. Der Mwachema River trennt unseren kilometerlangen, weißen Sandstrand an der Südküste Kenias: Er bildet die Grenze zwischen Tiwi Beach und Diani Beach. 

Der Mwachema River lohnt auch immer für einen kleinen Ausflug. Sein Wasser fließt in den Indischen Ozean und bildet dadurch ein wunderschönes kleines Fluss Delta, in dem sich der strahlend weiße Sandstrand durch den Zulauf des Flusses und den Rücklauf des Indischen Ozeans in eine pittoreske Sandlandschaft verformt. 

An dieser Mündung befindet sich auch die Kongo Mosque. Dies soll die älteste Moschee in Ostafrika gewesen sein und sie soll von frühen persischen Kaufleuten gebaut und für Gebete genutzt worden sein, als diese im 14. Jahrhundert die Ostküste bereisten. Riesige Affenbrotbäume machen den Platz zwischen der Moschee und dem kleinen Delta zu einem lohnenswerten Ausflugsziel. Vor allem am späten Nachmittag macht das Licht den Platz fast schon etwas mystisch. Man findet hier auch keine Beach Bars oder Restaurants. Der Platz um die Moschee gilt als heilig und ist daher geschützt. Viele Jahre war die Moschee unter Pflanzen begraben, bis man sie vor rund 300 Jahren wiederentdeckte. Ihren Namen erhielt sich durch einen Gläubigen, der dort beerdigt sein soll: Swaddiq Kongo. Die Moschee wurde nach ihm benannt und auch der Mwachema River wird im Volksmund daher Kongo River genannt.

Mit Kanus kann man sich den Flusslauf, von der Mündung am Indischen Ozean aus, nach oben paddeln lassen. Man fährt dabei entlang Mwakamba, einem Dorf, das auch zu Mvumoni zählt. Die Einheimischen Führer bringen einen bei solch einer Kanu-Tour gerne in ihr Dorf und erzählen dort über das Leben der Menschen. Besichtigt werden kann auch die Hermann Nursery/Primary School, ein von Deutschen initiiertes Schulprojekt. Der Flusslauf selbst ist ein Paradies für Naturliebhaber und Vogelbeobachter. Die Mangroven gesäumten Uferlandschaften sind ein Tummelplatz für Vögel. Selbst Pelikane, Ibisse und Störche kann man entdecken.

Der andere Teil, der zur Mvumoni Verwaltungseinheit zählt, ist für manche vielleicht besser bekannt: White House. Hier befinden sich ein paar Bars und Restaurants und viele der sonst im direkten oder indirekten Tourismus Beschäftigten, haben hier kleine Wohnräume angemietet. Wir treffen heute also auf viele Gesichter, die wir aus den Hotels, den Restaurants, den Bars und dem Nachtleben kennen.

Unterstütz werden wir wieder vom Team des Kenya Red Cross, das sich um die Einhaltung der Hygienerichtlinien kümmert und die Listenausgabe abwickelt. Auch der Diani Municipality Manager lässt sich wieder bei der Verteilung blicken. Über die Liste, die wir im Vorfeld prüfen konnten, freuen wir uns auch dieses Mal wieder sehr. Es sind nämlich viele, viele Namen von allen Teilen Kenias beinhaltet. Sehr oft werden wir mit den Vorwürfen konfrontiert, dass Menschen, die nicht von der Küste stammen, bei der Erstellung der Listen nicht berücksichtigt worden sind. Das können wir bei nun insgesamt 730 Paketen definitiv nicht bestätigen. Wir haben wirklich den Eindruck, dass die Listen nach Bedürftigkeit und nicht nach Stammeszugehörigkeit erstellt wurden.

Heute gab es viel zu schleppen. Zwar haben wir ein paar Pakete weniger als bei unserer letzten Ausgabe, dafür ist die Strecke vom LKW zu den Schulräumen deutlich weiter. Stolze 6,4 Tonnen müssen auf der Schulter unserer fleißigen Helfer transportiert werden. Da der LKW nicht alle Pakete auf einmal fassen kann, muss er in unser Lager in der Diani Sea Lodge zurückkehren, um ein zweites Mal befüllt zu werden. Dann geschieht das kleine Unglück. Durch den Regen der letzten Tage ist der Boden sehr aufgeweicht und der LKW sitzt fest. Pamoja hat aber den Gedanken der Solidarität und so finden sich schnell ein Dutzend Leute, die den LKW vom Shree Green Grocers Mini Market ganz im Sinne von Diani Pamoja (gemeinsam) anschieben.

Das Red Cross arbeitet wieder mit 4 Tischen, um die Identität aller Hilfebezieher festzustellen. Ein etwas langwieriger Prozess, der aber eben gerade in der jetzigen Zeit, wo so viele Haushalte Unterstützung benötigen, umso wichtiger ist. Es wäre schade, wenn durch schlechte Organisation manche Haushalte leer ausgehen, andere aber dafür 2 x oder gar mehrfach berücksichtigt werden. Aber solange alle Organisationen die Zusammenarbeit mit dem Kenya Red Cross anstreben und sich mit der Regierung abstimmen, wie es im Moment vorgeschrieben ist, sollte dies nicht passieren!

Durch die parallele Arbeit an den 4 Tischen geht die Ausgabe zügig und problemlos von statten.

Trotzdem sind gegen Mittag wirklich alle Helfer und auch das Team vom Red Cross geschafft. Es waren anstrengende, aber wieder sehr lohnenswerte Stunden. Und wir sind alle ein wenig vom Diani Pamoja Fieber befallen.

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